Auf vielfache Nachfrage: Mir geht es gut. Der Stadtteil in dem ich lebe, ist weit weg von der Wupper, das Haus befindet sich auf einem Berg. Hier sind die Menschen nicht betroffen, sind aber natürlich entsetzt über die Entwicklungen in Barmen und Elberfeld.

Man muss explizit festhalten, was viele andere bereits gesagt haben: Die Stadt Wuppertal, die Polizei Wuppertal, die Feuerwehr Wuppertal und Radio Wuppertal machen eine übermenschliche Arbeit. Operativ und kommunikativ.

Wie die beiden Moderator:innen von Radio Wuppertal trotz Stromausfall aus dem dunklen Sendestudio die Bevölkerung mit überlebenswichtigen Informationen versorgt und dabei durchgehend ihre gute Laune behalten haben, ist preisverdächtig!

Auch Sebastian Weiermann von neues deutschland hat unendlich wertvolle Kommunikationsarbeit gemacht. Viele überregionale Medien haben am nächsten Morgen seine Tweets und Videos genutzt. Der gesamte WDR hingegen war ein absoluter Totalausfall, das wird man aufarbeiten müssen.

Dass Feuerwehrleute im Einsatz und während der Rettung von Menschen ums Leben kommen, ist nicht zu ertragen. Die Gedanken sind bei den Hinterbliebenen. Aber auch bei den Verletzten und denjenigen, die von einem Moment auf den anderen ihre gesamte Existenz verloren haben.

Ich bin in Wuppertal aufgewachsen, meine Schwester ist in Wuppertal geboren. Ich lebe hier, meine Eltern leben hier. Mitzubekommen wie Axel-Springer-Journalisten und CDU-Politiker, die unermüdlich gegen Klimaschutz agitieren, nun das Leid der Wuppertaler kleinreden, macht wütend.

An jedem einzelnen entscheidenden Punkt hat sich die Partei des aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten explizit gegen Klimaschutz und für Industrieförderung entschieden. Immer. Ausnahmslos. Dabei wurde gelogen, betrogen, wurde bestochen und korrumpiert.

Die Menschen, deren Existenz, deren Leben waren jedes einzelne Mal egal. Mit an Board waren Bild und WELT, die jede Kampagne gegen Umweltschützer:innen befeuert, den Klimawandel infrage gestellt und selbst Wettermoderatoren parteipolitische Befangenheit unterstellt hat.

Die „einfachen“ Leute würden sich den Klimaschutz nicht leisten können, lautete die Axel-Springer-CDU-Kampagne. Dass Menschen aber ihre Häuser, ihre Arbeit und ihr Leben verlieren werden, wenn wir weiterhin den Klimaschutz boykottieren, wurde wissentlich verschwiegen und verharmlost.

Aber mit diesen Lügen, diesem Kampagnenjournalismus lassen sich Wahlen gewissen, explodieren die Klickzahlen, bleibt man im Gespräch, vermeidet man sachliche Auseinandersetzungen. Stattdessen also tagelange Schmutzkampagnen gegen eine einzelne Kandidatin, wegen Nickeligkeiten.

Nun also lassen sich diese Bilder nicht mehr vermeiden. Ist der Klimawandel in den Hauptnachrichten, obwohl sich doch zahlreiche Intendanten mit Händen und Füßen gegen „Klima vor Acht“ gewehrt haben.

Nun fordert sogar Armin Laschet, dessen Partei seit 16 Jahren im Bund regiert, der selbst in NRW regiert, mehr Tempo beim Klimaschutz – nachdem er und seine Partei unaufhörlich Klimaschutzmaßnahmen blockiert haben. Nachzulesen in WELT und BILD.

Überhaupt: Welches verheerende Signal sendet Laschet eigentlich damit, dass er während seines Gummistiefel-Einsatzes als allerstes mit BILD TV spricht und nicht mit irgendeinem anderen minimal seriöserem Medium? Andererseits passt es natürlich ganz wunderbar zu Laschet und CDU.

Ich hoffe, dass wir diese Katastrophe in den Griff bekommen, dass die Menschen in den betroffenen Gebieten gerettet werden und dass wir dieser gesammelten politischen Unfähigkeit im September ein Ende setzen.

Ich würde es mir sehr wünschen. Für Wuppertal und für Deutschland.